Hochseefischer Welt
Fahrzeitberichte
Gefecht beim Fladengrund Gefecht beim Fladengrund
Mein Name ist Karl-Heinz Strube (KNOLLE) Mein Start im Fischkombinat Rostock begann am 17.Mai 1966 und endete am 29.August 1974,                     Seefahrtsbuch Nr. 812/66. Vom Kollegen Manse wurde ich für die „Erich Weinert“ ROS 304 gemustert.  Nach kurzer Ausrüstung musste ich abmustern, da auf der „Bernhard Kellermann“  in Kanada etliche Leute dass Weite gesucht hatten. Die „B.Kellermann“ musste aber aus Kostengründen auslaufen. Dadurch wurde ich zu einer „Gastreise“ auf ROS 309 umgemustert. Es war eine schlimme Reise, wir waren auf Rotbarsch ,ich hätte mir meine Finger manchmal in den Ar...  stecken können .   Nach dieser Reise bin ich zurück auf die „Erich Weinert“ gekommen .Zu dieser Zeit machten wir Reisen von 57 bis 63 Tagen .                                                                        Unser Verarbeitungsmaschinenpark war zu dieser Zeit mit 2 xBaader150 ,1xBaader 99    mit  Köpfteller  und einen Arbeitstisch zum Handfiletieren und für Köpfware ,  entsprechend dazu die Enthäuter noch sehr begrenzt . Weitere Einzelheiten sind nach so vielen Jahren aus den Erinnerungen entschwunden, es liegen leider auch keine   schriftlichen Aufzeichnungen vor. Wenn es Kollegen gibt ,die bessere Informationen haben,dann sollten sie es kundtun.   Unser "Alter“ war Kapitän Heinz Adler. Da die Matrosen bei dicker Fischerei in die Produktion mussten, wurden wir auf der Ausreise zur Brückenwache eingeteilt, desgleichen zur Nebel-und Eiswache. Zwischendurch hatte ich mit Erfolg in der Betrieblichen Qualifizierung die praktische Facharbeiterprüfung zu Fischverarbeiter abgeschlossen. Da gab es dann auch gleich mehr Geld.
Lebensrettung ! Auf einer Ausreise Richtung Labrador,  fast mitten auf dem grossen Teich(Atlantik) erkrankte ein Matrose mit akuten Schmerzen im Unterbauch. Der 3.NO Helmut Langer führte darauf hin ein MEDICO mit einer Landarztstation. Die Diagnose akuter Blinddarm ,wir bekamen die Anweisung mit Depotpenizillin alle 6 Stunden den Entzündungsherd einzudämmen. Helmut und ich haben alle 6 Stunden die Spritze angefertigt und Intramuskulär in die eine Pobacke injiziert. Nach Amerika war der Reiseweg zu weit, also sind wir zurück Richtung Irland gedampft. Nach zwei Tagen erreichten wir eine Hafenstadt mit entsprechender Klinik. Ein Helikopter übernahm den Patienten zur OP. Am nächsten Tag bekamen wir vom Krankenhaus die Nachricht, das der Patient die OP bestens überstanden hat. Durch das Depotpenizillin hatte sich der Blinddarm verkapselt.    Hurrrrrra wir hatten gewonnen !!!
Feuer im Schiff (ROS 304) Es war auf einem Fangplatz bei Island, die See war glatt wie ein Kinderpopo. Der Chief wollte mit der Maschinenwache in die DK-Leitung eine Messuhr zwecks Kontrolle DK-Übergabe oder DK-Übernahme einbauen. Hilfsdiesel und Abgasrohr wurden mit Fischmehltüten abgedeckt, was sich als fataler Fehler entpuppte. Die DK-Leitung lies sich nicht komplett abstellen, es tropfte noch laufend Kraftstoff nach. Die Fischmehltüten saugten sich voll, bis die Abgastemperatur den ganzen Plunder entzündete. Dicker schwarzer Rauch kam oben aus der Maschinenraum- Entlüftung (Schornstein). Die Deckswache rief auf der Brücke an und machte Meldung, die Antwort… Feuer im Maschinenraum…,analog Es wurde versucht die Schaumlöschanlage zu aktivieren, aber in der Hitze des Gefechts hat jemand die Anlage ausgeschaltet - dumm gelaufen. Also die Schnellschlussventile ziehen um alle Motoren abzustellen. Welch ein Glück, ein Ventil liess sich nicht schliessen so konnte man Löschwasser über die neue 40 Tonnen Pumpe in der Verarbeitung,  Seewasser zum Löschen entnehmen und in den Maschinenraum spritzen. Die Brücke hatte Feueralarm ausgelöst, alle Mann aufs Bootsdeck zu den Rettungsinseln.  Da auch die Hauptmaschine nicht in Gang zu kriegen war, hat uns die „Luis Fürnberg“ an den Haken genommen, weil die Abdrift zu Gross gewesen war. Das Feuer war gelöscht, der Alarm zu Ende und jetzt ging es an die Aufräumarbeiten.  Die Hauptschalttafel war dem Feuer auch zum Opfer gefallen. Der Maschinenraum sah aus wie ein Kohlenbunker, es hingen viele blanke Kabel rum. Die E.-Mixer hatten voll zu tun, um das Schiff für die Heimreise klar zu machen.