Hochseefischer Welt
Fahrzeitberichte
Wahre Erlebnisse an Bord der Fischereischiffe der DDR Hochseefischer plaudern über Erlebnisse während seiner Fahrenszeit auf den Hochseefischereischiffen des Rostocker Fischkombinates.
Lothar. Ahoi Allerseits ! Nun, die Geschichte mit dem Kapitän,der 2 x sein Schiff und die Besatzung verließ ist ja nun aufgeklärt. Aber was ist denn mit der zweiten Geschichte, die sich in Maputo-Mosambique abgespielt haben soll ? Ich fragte am 15.04./ 17:01 Uhr, ob Wahrheit, oder Seemannsgarn?. Thomas meinte Seemannsgarn. Er müßte es wissen, denn er war schließlich 10 Jahre dort im Einsatz und was er schrieb ist absolut glaubwürdig. Trotzdem war diese Geschichte im Haus der Hochseefischer in aller Munde. Man erzählte damals, das der Mosambikaner ertrunken sei und unsere Seemänner ins Gefängnis gebracht wurden. Ihnen drohte eine schlimme Strafe.Wie gesagt, davon sprach man Mitte der 80-ziger Jahre im HdH. Ist da nun etwas dran gewesen, oder haben die Jungs in der Höhle alle zu tief ins Glas geschaut ? - Eine andere Geschichte lief ebenfalls in den 80-ziger Jahren vor Mauretanien ab. Auf der ROS 332 stand ich mit Detlef Städter am Steuerbord-LBH ( Bb-LBH Heinz Stohl ? ) Wir hatten dicke Fischerei Schildmakrele. Sogar eine Menge Beifang,wie Thunfisch,Pelamide,Bonito,Butterfisch und Blauwels.Später kam noch der Adlerfisch hinzu. Plötzlich dampfte die " KuBa " auf und machte volle Fahrt. Wir wunderten uns darüber, daß die Fischbunker immer leerer wurden und nicht mehr aussetzten. Die Antwort : Unweit von der " Kurt Barthel " wurde ein Z-Trawler von den Mauri`s beschossen. Die "KuBa" eilte ihr also zur Hilfe. Aber was wollten wir gegen die bewaffneten Angreifer ausrichten ? Waffen hatten wir ja nicht. Natürlich bangten wir um die Kollegen auf dem Z-Trawler. Als wir auf der Position des Z-Trawlers eintrafen, war schon alles vorbei. Das mauretanische Kanonenboot war weg. Mitgenommen hatten sie den Kapitän vom Z-Trawler, sozusagen, sie hatten ihn nach Nouadhibu in Mauri's Hauptstadt entführt. Wir verfolgten später am schwarzen Brett diese Geschichte und schimpften mal wieder auf die Mauretanier. Ein terroristischer Akt, so formulierten wir schon damals unsere Protestnote. - Wer hat das miterlebt ? Wer kann dazu mehr schreiben ? Ja, das würde mich heute noch interessieren ! Danke im Vorraus.   hans joachim franz(odysseus) Bei deinem Beitrag handelte es sich um zwei kurz hintereinander folgende Vorfälle. Nr.1: am 24.4.1983 wurde ROS 420"Magnus Poser" mit einer Salve vor Bug u. Heck vom mauretanischen Patroullienboot p361 "El Vaiz" gestoppt. Nach Einlaufen in Nouadhibu wurde von den mauretanischen Behörden behauptet, die brennenden Arbeitslichter an Deck dienten der unerlaubten "Lichtfischerei". Am 28 .4.1983 durfte ROS 420 wieder zum Fang auslaufen. Fall Nr. 2 : am 23.5.1983 trieb ROS 412 "Grete Walter" mit abgestellter Hauptmaschine(Wellenlagerschaden) u.nicht einsatzklarem Fanggeschirr vor Mauretanien. Gegen 15.48 Uhr beschoss das mauretanische Patroullienboot p362 "El Beig" den Spezi mit Maschinenwaffen, Treffer im Brückenbereich u. im Tagestank für Brennstoff waren die Folge. Erst als gegen17.00.Uhr ein weisses Tuch gezeigt wurde erfolgte die Feuereinstellung. Ein Kollege (Name leider entfallen) der auf "Gretel" fuhr, erzählte mal Jahre später, dass es an einem Donnerstag passierte u.der Grossteil der Besatzung auf dem Fangdeck bei Kaffee u. Kuchen sass, .als die ersten Salven fielen spritzten alle auseinander u.suchten Deckung , glücklicherweise gab es keine Verletzten. Danach mussten der "Alte" der Lto u. der Funker auf "El Beig" übersteigen. Erst am 6.6.1983 durfte ROS 412 nach Hause dampfen. Vielleicht liest ja mal ein Ehemaliger "412er" den Beitrag u.schildert den Fall mal als Betroffener (Gott sei Dank nicht als Getroffener). Also bis dann !
Lothar Hallo Hans Joachim ! Danke für diese Info. Wirklich, du bist ja noch sehr gut im Stoff ! ich weiss jetzt nicht mehr ganz genau welche der beiden Z-Trawlers wir damals zur Hilfe eilten. Ich denke aber es war die ROS 420. Ich erinnere mich noch daran,daß man die Einschüsse erkennen konnte. Es war wirklich kein schöner Anblick. Das niemand zu Schaden kam, darüber waren wir alle erleichtert. Wir blieben, einige Zeit beim Z-Trawler, bevor wir die Fischerei wieder aufnahmen. Vielleicht haben wir Glück,das sich doch noch einmal ein Augenzeuge hier findet.   Lothar. Hallo Hans Joachim ! Ich habe mir noch einmal die Mühe gemacht in meinen Erinnerungsunterlagen nachzusehen. Unsere " KuBa " eilte damals der ROS 412 zu Hilfe. Unser Kapitän war damals, so denke ich E.Otto, oder Fiete Meißner. Besatzungsaustausch war in Las Palmas. Als wir auf den Kanaren an der Pier festmachten, lag neben uns ein mauretanisches Schiff ( ! ! ) Ich hatte mit Detlef Städter Gangway-Wache, als plötzlich zwei von den Maurie`s zu uns die Gangway hinauf kamen. In der Hand waren sie erneut bewaffnet. Dieses Mal aber mit leeren Trinkbehältern ( 20 L Kanister ) .Sie baten um Wasser ! Der Vorfall mit dem Z-Trawler ROS 412 war damals noch sehr frisch. Ich bat die Maurie's zu warten und ging hinauf zur Brücke. An der Backbordnock kam mir der Kapitän entgegen ( ich glaube Fiete war es ) " Was gibs Lothar " sprach er mich an. Ich: " Kapitän da sind zwei vom Nachbarschiff die wollen Wasser von uns..." Der Alte schaute kurz und meinte : " Erst unsere Leute beschießen und dann bei uns um Wasser betteln...." Er antwortete sehr emotional ( schrie schon fast) , so das ich irgendwie grinsen mußte. Ja,das Vorkommnis war noch zu frisch und so gingen die beiden Maurie`s mit leeren Kanistern die Gangway hinab.Und außerdem, Wasser gab es in Las Palmas genug !! Bis zum Kiosk, wo wir unser Bierchen immer tranken, waren es höchtens 5 Minuten ... Bis bald   Hallo Lothar,es gab tatsächlich eine Geschichte,bei der jemand ins Wasser fiel und ertrank.dies geschah aber nicht in Mosambique.Lies mal das 2.Buch von Kapt.Günter Kröger "Hochseefischer,Menschen ganz besonderer Art".Da berichtet Horst Seffner von einer Forschungsreise. Da kam es zu Handgreiflichkeiten und einer fiel ins Waser.2.Besatzungsmitglieder wurden verhaftet und konnten durch die Besatzung nicht mehr mitgenommen werden. Die fuhr ohne die beiden los.Ich glaube das spielte sich in Georgstown Guayana ab "Rotlichtbestahlung an Bord"   - Einmal hatten wir unser Pulver an Festen schon am Anfang unserer Reise verschossen. Bordfest, FDJ und Reservistenkollektiv, alle diese Veranstaltungen waren vorrüber. Unser Vertretungskapitän war auch so nicht gewillt Fusel außer der Reihe zu genehmigen. Es drohte Eintönigkeit bis zum Schluß dieser Reise. Da kamen wir auf die Idee eine groß angelegte DSF-Veranstaltung zu organisieren. Unser GDK fand das ganz toll, das ausgerechnet so ein toller Vorschlag vom unteren Deck kam. Auch der Alte stimmte zu, bewilligte aber nur eine Flasche für eine ganze Brigade. Also, was taten wir ? Wir luden den Kapitän ein zur Deutsch Sowjetischen Freundschaftsveranstaltung. Unser Koch bereitete einen kleinen Kessel Soljanka vor. Zudem stellte er noch Speck zur Verfügung und unser Bäcker backte Brot dazu. Mmm, lecker dieses frische Brot ! Unsere Stewardessen stellten auf jeder Back eine Babuschka auf. Weiss der Geier, wo sie diese hergezaubert haben. Und dann hatten wir noch unseren tollen Manfred Lammatzsch !!! Ein Akkordeonspieler par excellence ! - Die Veranstaltung begann mit einer Ansprache vom Politnik. ( Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen... ) Es folgte ein Wissensquizz über die UdSSR und dann erfolgte die Auswertung dazu. Der Fusel hatte sich während seiner Runden schon längst verflüchtigt. Alle schauten sie freundlich aber gequält in den Raum. Manfred stimmte " Kalinka, Kalinka, Kalinka... " an und fast alle sangen mit. Da meinte plötzlich der Kapt'n zu mir : " Gehen Sie mal auf meine Kammer. In meinem Schrank ganz links unten stehen zwei Flaschen Nordhäuser. Holen sie diese mal hierher..." Ich saß nämlich dem Alten direkt gegenüber.Meine Brust schwellte an und ich zögerte noch etwas, im Glauben, das ich nicht richtig gehört habe. " Na gehen sie schon, sonst überlege ich mir das noch..." Ich lief zum Offiz.-Deck. Ich betrat die Kammer und führte die Anweisung aus. Da sprach mich plötzlich einer von den NO's an : " Was machen sie denn hier ?" Ich antwortete ihm und er schmunzelte nur und sagte "...habt ihr ihn also doch noch rumgekriegt...?" Ohne auf eine Antwort von mir zu warten verschwand er in Richtung Brücke. In der Mannschaftsmesse war es noch gequält laut. Einige erzählten wie schön es doch in Leningrad ist, ein anderer meinte er war schon mal in Moskau, der nächste wußte, das Stalingrad die Wende des Krieges war. Der Kapitän warf jetzt seine zwei Nordhäuser in die Runde plus einen Kasten Radeberger und verabschiedete sich mit den Worten : " Macht aber nicht so lange, morgen gibt es wieder Fisch ..." Als der Kapitän die Messe verlassen hatte, sangen wir fröhlich und gelassen nicht mehr Kalinka. Jetzt sangen wir : " An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand..." , oder " Auf der Reeperbahn nachts um halb eins,ob du'n Mädel hast, oder Karl-Heinz..." UND wir sangen " Der weiße Mond von Maratonga..." Dieses Lied konnte Manfred so guuuuuut !!! Vielleicht liest du das Manfred ! Dann muß ich dir sagen, das es nie wieder so einen tollen Akkordeon-Spieler gab, wie dich. Deine Musik habe ich nie vergessen. Dein Schifferklavier klingt mir heute noch in den Ohren !!! -- Die DSF Veranstaltung ging ohne Vorkommnisse zu Ende und nun löste der Kapitän sein Versprechen ein. Die Winden jaulten fürchterlich. Langsam aber sicher waren sie dann auch zu sehen, die 1000 Korb an Deck. Das Ende des Festes, der Anfang der Arbeit. Gruß Lothar ---- Man könnte fast meinen du glaubst die Verarbeitung hatte bei Anlaufen oder Ablaufen oder Fangplatzwechsel viel Freizeit, dem war nicht so. Wenn der Eimer leer war wurden in den Laderäumen die Grätings aufgenommen und der Laderaum geputzt, die Verarbeitung gereinigt und gepönt. Wenn das fertig war wurde so viel wie möglich in Folie eingepackt um bei der nächsten Reinigungsaktion es leichter zu haben, parallel dazu wurden dann auch Trantank und Fischmehlanlage gereinigt. Wenn dann noch Zeit war wurden wir dem Bootsmann unterstellt nach dem Motto schöner unsere Städte und Gemeinden. das hieß Rostklopfen und pönen, Stores aufräumen, Bestandszählungen. Ab und zu hatte dann auch die Maschine Personalbedarf angemeldet. Also Wilfried du siehst als Prodi war man absoluter allrunder. Beste Grüße Ossi Ein Proddi konnte sich auf einer Reise sehr langweilen, dann nämlich wenn totale Fischflaute herrschte. Hallo User! Tausende Hofis hat es einmal gegeben und heute 20 Jahre nach der Vernichtung unserer Firma,findet man nur noch eine Hand voll davon, die sich auf diesen Hofi-Portal wieder finden. Egal, denn heute erzähle ich wieder einmal eine Geschichte von einer Stewardess, die mit der Seekrankheit nie fertig wurde und nach kurzer Zeit die Heimreise antrat. Den Namen behalte ich für mich, da ich nicht weiss, ob es dieser Frau überhaupt recht wäre. Es war ihre erste und letzte Reise. Da sie mir sehr vertraut war, versuchte ich ihr die Flausen aus den Kopf zu vertreiben. Ich riet ihr mehrmals ab dazu und warnte sie innig, das sei nichts für sie. Doch sie blieb stur und so begann schließlich in Rostock-Marienehe ihr Vorbereitungskurs in bezug auf Seefahrt,Seenot und Verhaltensmuster, sprich Musterrolle. Sie fand es sehr spannend und am Abend konnte sie fast noch alles auswendig.Dann kam der Tag " x ". Wir lagen noch im Hafen und mit Kittelschürze wurde in der Mannschaftsmesse aufgebackt. Die Welt war in Ordnung, bis der Supertrawler in der Irischen See aufdampfte. Gabriele ( so nenne ich sie jetzt  einmal, nach ihren 2.Vorname ) wurde nun seekrank und kam aus der Koje nicht mehr heraus. Das war nunmal Normalität für Anfänger und so machte sich keiner groß Sorgen um sie. Doch vom ersten Tag an briste es gewaltig.Nie hatten wir auf die Fahrt über den großen Teich unter Windstärke 8. Und es sollte noch gewaltiger werden.Gabi versuchte dennoch der Kombüse zur Verfügung zu stehen. Sie backte fleißig auf und plötzlich geriet sie zu allem Überfluß mit der Offiz.-Stewardess in Streit, wegen einem Stück Butter. Der Streit eskalierte und so landeten die 5 Finger von Gabi im Gesicht der rothaarigen O-Stewardess. Das Schiff hatte sein Thema ! Doch das Thema wurde abgelöst von einem anderen Thema. Ich schrieb einmal darüber in "Schiff in Gefahr". Der Sturm nahm rasant zu-Orkanstärke, Tage lang, Wochen lang. Von einem Offizier erfuhren wir einmal später, das der Supertrawler zwischendurch nur 1 sm machte. Einmal legte sich das Schiff fast auf die Seite. Nur 4° Neigungswinkel sollen zum möglichen Unglück gefehlt haben. Gabi nahm während dieser Reise fast 20 Kg ab ! Vor Seekrankheit war sie kaum noch ansprechbar, also beschloß ich mit der Stewardess zum Kapitän zu gehen. Er empfing uns freundlich und bereitwillig. Der Sturm, der schon über eine Woche anhielt, warf den Trawler immer hin und her,einmal 10 Meter hoch, dann fiel er 10 m wieder runter. Seemänner,die schon 20 und 25 Jahre dabei waren, wurden seekrank und speiten still und heimlich, manchmal unheimlich. " Was soll ich tun ? " fragte der Kapitän leicht genervt. Gabi unsere schwer seekranke Stewardess weinte natürlich nur noch und hoffte auf eine erlösende Antwort. Ich: " ...Käpitän, kann man vielleicht nicht einen anderen Kurs einschlagen ? Naja, ich, ich meine, naja, also, vielleicht, naja einen südlichen Kurs vielleicht...? " In diesen Moment krachte wieder eine Welle gegen die Bordwand und das Schiff fiel wieder 10 m in die Tiefe. Wir hielten uns alle an der Back fest. Der Dampfer kam wieder hoch und wir nahmen die alte Sitzposition ein. " Das ist der südliche Kurs Herr Kutsche..." Für die Stewardess brach eine Welt zusammen. Der Kapitän ordnete an, das Gabi in die Krankenstation kommt-in die Schlingerkoje ! In der Schlingerkoje sollte die Kranke die Schiffsbewegungen nicht mehr ertragen müssen. Zusätzlich sollte der Schiffsarzt hinzugezogen werden, damit Gabi an den Tropf gelegt wird. Ich klopfte beim Schiffsarzt aufgeregt am Schott.Der machte nicht auf und somit öffnete ich die Tür.Dieser lag auf der Ducht und krümmte sich vor Seekrankheit. Dennoch er kam sofort um zu helfen. Im Krankenzimmer bat er mich ihm zu helfen. Das war nicht einfach, denn die Nadel wollte durch die Schiffsbewegung und seekrankheit des Arztes nicht ohne Weiteres in den Arm der Kranken. Zum Überfluß fehlte nun ein Verbindungsstück vom Tropf zum Schlauch, so das die Flüssigkeit auf den Boden landete.Gabi,die tapfere Stewardess zappelte nur noch auf der Krankenliege und betete zum Himmel, das diese Reise bald ein Ende nehmen würde. Als wir die amerikanische Küste erreichten, beruhigte sich die See. Das lag daran, das das Eis uns jetzt diese Ruhepause gönnte. Gabi sollte von Amerika wieder nach Hause geflogen werden, doch der Flieger wurde verpaßt-zu spät ! Der Kapitän verkündete : Frau Stewardess wird die Heimreise per Schiff antreten, mit einem Transportschiff ( ROS 319, 320, 321, oder 322 ? ). Die Antwort : Nein niemals !!! Vor New York stieg sie unter Tränen über die Jacobsleiter zwischen zwei auf und abgehenden Schiffen hinüber zum Transporter.Die Heimreise erlebte Gabi von Amerika nach Delfzijl / NL bei spiegelglatter ( !! ) See. Langsam wurde sie auf dem KTS in das Kombüsen-Leben eingeführt.In Rostock meinte sie einmal "...So wie es auf dem KTS was, so habe ich es mir vorgestellt." Ich antwortete nur "...Ich habe dich gewarnt...". Danach bestieg Gabi nie wieder ein Schiff, weder ein Flußdampfer noch eine Fluß-Fähre. Auch Spaziergänge am Wasser waren schon bedenklich für sie.                         Gruß Lothar  "Schlechte Köche" Schlechte Köche - der Schrecken der Besatzung ! Sprichwort aus der alten christlichen Seefahrt : "Gott schickt Proviant" - "aber der Teufel schickt die Köche" ! Früher,vor der Jahrhundertwende, waren sie nicht nur schlecht,sondern auch extrem unsauber. Die Seeleute hatten keine Scheu,die Köche mit deftigen Berufsbezeichnungen zu  bedenken: Smuddje,Smudji, Smörer,Smirgel,Smeerlapp, Fettdeef, Kombüsenhingst und Suppensmidt wurde ein Koch genannt. Die Besatzung der Bark CHARLOTTE hatte auf ihrer Reise von Falmouth nach Tahiti im Jahre 1885 das Pech an einen seltes unfähiges Exemplar zu geraten.Mimi Leverkus ( die Kapitänsfrau ) schrieb am 21.08 1885 in ihr Tagebuch: "Es ist schon nicht angenehm,auf dem Lande eine schlechte Köchin zu haben,die kann man aber wegjagen. Aber an Bord einen schlechten Koch, das ist das Schrecklichste des Schrecklichsten..." Am 20.09. "Jetzt muß ich wieder über den Koch schreiben.Ich glaube meine ganze Reisebeschreibung handelt von ihm.Es ist wirklich fürchterlich,was der Mensch uns zumutet! Weiter: "Der Koch verdummt immer mehr.Er verbraucht immer mehr Proviant.So 5 Pfund Mehl, ohne Brotbacken ! Am 05.11. : Wir haben uns auf den Mittag gefreut. Und nun das ganz teure Essen ungenießbar ! Ich habe nichts gegessen, sonst wäre ich furchtbar seekrank geworden. Es ist wirklich ein schändliches Unrecht,daß eine ganze Schiffsbesatzung von solch einem schlechten Menschen abhängen muß und die Reeder nicht für bessere Köche sorgen..." In diesem Sinne äußerte sich auch bald das Kaiserliche Gesundheitsamt : Der Kapitän tut gut daran,nur einen solchen Koch mitzunehmen von  dessen Fähigkeit er überzeugt ist.Ein unfähiger Koch kann auf solchen Schiffen durch schlechte Zubereitung der Speisen nicht nur den  Ausbruch von schweren Krankheiten verschulden,sondern durch die nicht seltenen in ihrer Folge eintretende Arbeitsunfähigkeit eines großen oder wichtigen Teils der Besatzung auch die Sicherheit des ganzen Schiffes gefährden. Die Seeleute konnten sich damals beim Kapitän beschweren.Dafür war die Seemannsordnung von 1903 Artikel 108 aufgenommen worden. Doch genau dieser Artikel sah auch die Beweispflicht vor. Davor brauchte der Kapitän keine Angst zu haben, denn konnte der Beschwerende das nicht einwandfrei beim Konsulat, oder Seemannsamt lückenlos nachweisen, drohten ihm damals 300,- Mark Strafe ( halber Jahreslohn ) oder Gefängnis ! Einer solchen Gefahr konnte ein Seemann entgehen,wenn er bis zum nächsten Hafen wartete und seine Beschwerde dann einem Konsulat,oder dem Seemannsamt vortrug. Auf jeden Fall mußte der Kapitän diese Beschwerde ins Schiffstagebuch vermerken. JA,SO WAR ES FRÜHER ! Und zu unserer Zeit ? Koch an Bord eines Schiffes - ein Traumjob !? Da hatte man einen abgegrenzten Tätigkeitsbereich. Die Arbeit war nicht anstrengend.In der Küche ist es auch bei eisigen Temperaturen immer warm ( wenn auch nicht immer trocken ).Man wurde nicht immer zur Schichtarbeit eingeteilt,konnte demzufolge meist durchschlafen.Und hatte fleissige und emsige Kochshelfer(rin), Bäcker und Stwardessen um sich. Stimmts ? Gruß Lothar
Fortsetzung Fortsetzung