Hochseefischer Welt
Fahrzeitberichte
Meine schönsten Erinnerungen an die Hochseefischerei                Erzählt von Hans-Joachim Franz                                          Gründungsmitglied des                          Warener-Hochseefischer-Stammtisches
Erinnerungen an einen Landgang in Halifax                Erzählt von Hans-Joachim Franz      Beim Blättern in Wilfrieds Seiten kam ich in der Bildergalerie auf Wolfgang Zietzschmann aus Stavenhagen, seine Bilder von Halifax ließen mich in Erinnerungen schwelgen und in Folge davon in die Tasten greifen. Kurz vor Weihnachten 1976 befand ich mich auf der ROS 303 "Friedrich Wolf". Fangplatz: Georges- Bank/ USA Schelf eigentlich eine Fangreise wie alle,aber eines Tages: Black out auf dem Dampfer. Hauptmaschine im 'Arsch'. Nach einiger Zeit lief der Bock wieder, so la la, aber Fischerei damit nicht drin. Da uns die USA nicht rein ließ (kein Seenotfall) , hieß es: langsam nach Halifax /Canada tuckern. Dort angekommen machten wir in Dartmouth gegenüber von Halifax fest und warteten auf einen Spezialisten für die Hauptmaschine, denn sie war wie bei allen älteren Fang- und Verarbeitern ein norwegisches Fabrikat. Der Mann kam und hatte prompt die falschen Unterlagen mit. Nun hieß es endlich Landgang. Nach den üblichen Belehrungen ging es endlich los. Aber!!! Immer 4 Mann und davon einer mindestens "Genosse". Ich weis ja nicht was sich unsere Führung in der Heimat so dabei gedacht hat, aber abhauen hätte man mit oder ohne, oder auch als "Genosse" gekonnt.Jedenfalls, auf dieser Reise waren zu allem Unglück auch noch die "Genossen" knapp. Es reichte einfach nicht für alle Vierergruppen. Um es kurz zu machen, ich war ein "Genosse" und zog genauso neugierig und ohne Devisen in Kanada ein. Man hatte den Makler mit den Dollars noch nicht bestellt. Nach einer 3/4 Stunde kamen wir an die Mc-Donald-Brücke, vier Spuren und auf jeder Seite Mautstationen mit großartig Uniformierten Brückenwächtern.
Nun standen wir erst mal da, denn die Frage war: Was kostet der Brückenübertritt für Fußgänger? Einer von uns fasste sich ans Herz und mit ein paar Brocken Englisch war geklärt: Für Fußgänger Kostenlos! Nun zogen wir unter dem mitleidigen Lächeln der Bridge- Police über die ein paar 1000m lange Mc-Donald-Brücke. Wir waren noch gar nicht weit, da kamen uns von der anderen Seite die über Funk verständigten Wächter auf dem Motorrad entgegen und amüsierten sich auch köstlich, ich glaube wir waren vielleicht die ersten Fußgänger, oder zumindest eine seltene Spezies. Zum Glück war der Besuch in der "Zitadelle" und in anderen Museen kostenlos. Jedenfalls waren wir froh, als wir nach 4 Stunden wieder auf unserem "Fietje" waren. Also Schuhe aus und für ein paar Minuten auf die "Ducht", schon klopfte es an der Kammertür, ein Kollege kam herein: Mensch "Franzel" wir wollen an Land und haben keinen "Genossen". Nun denn, Schuhe an und wieder los, den Weg kannte ich ja schon. Um es kurz zu machen: auch ein drittes Mal wurde ich noch gebeten den Führer zu mimen. Nun ging es bei mir nicht mehr, am Hafeneingang sagte ich zu meinen Kollegen: Ich setze mich da in die Pförtnerbude und ihr holt mich auf dem Rückweg wieder ab, aber vergesst mich nicht! Ging alles glatt, zum Abendbrot waren alle wieder an Bord. Bei unserem Chefkoch Dieter Wundarski schmeckte es auch am besten. So das waren meine Erinnerungen an Halifax, die mir beim Betrachten der Bilder von Wolfgang Zietzschmann wieder in den Sinn kamen. Durch Wilfried Gilles Seiten bin ich auf ihn gestoßen und wir haben uns telefonisch kontaktiert, auch einen Kollegen aus Sponholz: Siegfried Marbach habe ich schon telefonisch erreicht. Wir sind zwar auf verschiedenen Dampfern gefahren aber "Fiko" verbindet und so freue ich mich auf ein Treffen mit den beiden in Neubrandenburg in absehbarer Zeit. PS. Als nächstes werde ich mal einen kurzen "Reisebericht" über den Aufstieg des Schriftstellers Landolf Scherzer auf unserer "Friedrich Wolf" anfertigen. Bis dahin Hei Geit euer H.J. Franz ( Odysseus
Erinnerungen an das "Aufsteigen" vom Schriftsteller Landolf Scherzer und seine Reise als "Prodi" auf der ROS 303 "Friedrich Wolf" Erzählt von Hans-Joachim Franz Erinnerungen an das "Aufsteigen" vom Schriftsteller Landolf Scherzer und seine Reise als "Prodi" auf der ROS 303 "Friedrich Wolf" Erzählt von Hans-Joachim Franz        Heute möchte ich über das "Aufsteigen" vom Schriftsteller Landolf Scherzer und seine Reise als "Prodi" auf der ROS 303 "Friedrich Wolf", sowie das Entstehen seines Buches "Fänger und Gefangene" berichten. Es ist zwar über 30 Jahre her, aber mir ist es wie heute : Die Neujahrsfeiertage 1977/78 waren vorbei und Mitte Januar ging es wieder Richtung HdH (Haus der Hochseefischer oder "Höhle"), da kamen mir schon die ersten Kollegen entgegen und murrten. Grund: Alle welche die mehr als 100 Tage Urlaub gespart hatten oder im Mai zur "Fahne" mussten, durften nicht mehr aufsteigen. Auch Tauchlehrgänge und andere Qualifizierungsmaßnahmen wurden vorgezogen sodass fast die halbe Stammbesatzung ausfiel. Es kamen dafür  jede Menge Lehrlinge mit, die ihre "Praktikumsreise" absolvieren mussten. Jeder gefahrene Kollege weis was es heißt, wenn eine eingespielte Crew auseinandergerissen wird und dementsprechend war die Stimmung. Auf der "Fietje" angekommen ging es sogleich ans "Ausrüsten". Unsere Meister B. Dammeier und I. Schmidt teilten Gruppen ein und ich musste mit ein paar "Neuen" Proviant auf die Brooken packen die der Kran dann Richtung Kühllast beförderte. Zwischenzeitlich war der "Buschfunk" in Aktion getreten und die "Spitzenmeldung" lautete: Wir kriegen auch noch einen Schriftsteller an Bord. Nun waren wir alle hell "begeistert", noch einer neben dem GdK der einem über die Füße stolperte so dachten wir. Dass sich das als großer Irrtum herausstellte zeigte sich bald. Aber erstmal moserte ich, beim Mehlsäcke und Schweine- hälften schleppen, so über die neue Lage vor mich hin. Ein neuer etwas älterer Kollege hörte mich und  schaute mich etwas traurig und betroffen von der Seite an, arbeitete aber emsig mit. Kurze Zeit später fragte mich Meister Schmidt, na wie macht sich der Schriftsteller? Uff!!! Das war also der stille fleißige Kollege neben mir. Später auf See, bei der Überfahrt zum Fangplatz sah ich, Landolf packte überall mit zu, ob Kartonage schleppen oder Laderaum ausfegen immer "mittenmang". Nur, vom für "Neulinge" obligatorischen, Trantank reinigen blieb er verschont, denn er konnte im Gegensatz zu uns Schreibmaschine schreiben und so vereinnahmte ihn unser "Produktionsboss" Engelbert Nowakowski sofort zum Berichte- und Listenschreiben. Es ergab sich, dass Landolf Scherzer mit einem Lehrling (Rüdiger Vollmar) in meine Nachbarkammer zog, dann gab er mir mal eines seiner Erstlingswerke, es lautete "Spreewaldfahrten", zum Lesen. So entdeckte er meine Neigung für ein gutes Buch. Da ich nicht Teppich knüpfte oder Modelle baute, las ich auf jeder Reise immer mal was Gutes. Als ich ihm offenbarte, dass ich auch Homers "Illias"! nicht verschmähte, bekam ich von da an den Spitznamen "Odysseus" verpasst und so geistere ich mit diesem durch die Literaturgeschichte der DDR.
Um es kurz zu machen, Landolf Scherzer stand seinen Mann bei "Voll Fisch" und "Schwere See", er schrieb dabei eines der bekanntesten und zutreffendsten Bücher über die Hochseefischerei im Fiko. Wie gesagt die Reise dauerte meines Wissens nach von Jan 1978 bis Anfang Mai 1978. Danach trennten sich unsere Wege, erst im April 1979 kam er mich in meiner Urlaubszeit in meiner damaligen Heimatstadt Merseburg besuchen. Er brachte den Entwurf des Buches mit (also das Manuskript), es war ziemlich umfangreich und beinhaltete nicht nur unsere Reise sondern auch Fragen der Umwelt und deren Folgen der Massenfischerei. Erst im Jahre 1983!!! ging das Buch in den Druck. Zwar hatten zuständige Lektoren und andere das Manuskript um über die Hälfte "abmagern" lassen, aber es blieb noch genug Brisanz und ungeschminkte Darstellung der oftmals harten Arbeit an Bord übrig. Vielleicht hatte sich die Kombinatsleitung damals eine fröhliche Werbeschrift für´s Fiko erhofft, denn zu einer Einladung des Kombinats oder gar einer Buchlesung durch Landolf im "Fred Wehrenberg-Saal" ist es meines Wissens nie gekommen. Aber auf See wurde das, was vom "Fänger und Gefangene" zu erhaschen war, gierig verschlungen. Das Buch war zu DDR-Zeiten immer eine Rarität. Auch ich musste erst Landolf um Hilfe bitten eins für mich zu "organisieren". Mit seiner persönlichen Widmung : <Für Franzel-Odysseus in Erinnerung an unsere gemeinsame Reise. Landolf> Es bleibt  eine meiner schönsten Erinnerungen an die Fahrenszeit im Fiko Rostock. Auf See wurde damals von den Funkern das Buch seitenweise abgeschrieben und über Funk von Schiff zu Schiff weitergegeben.   So nun zum Abschluss meine schon im Gästebuch geäußerte Bitte: Kollegen die diese, ich glaube 45. Fangreise von "Friedrich Wolf", mit gemacht haben:   Versucht über diese Homepage oder über meine am Schluss stehende Adresse Kontakt mit mir aufzunehmen. Leider bin ich an die Musterrolle dieser Reise nicht rangekommen. Da spielen wohl "datenschutzrechtliche" Gründe eine Rolle. So verblasst mancher Name nun langsam in der Erinnerung, denn Landolf hatte sich ja auch für jeden einen Spitznamen ausgedacht. Vielleicht kann man sich im Rahmen des großen Hochseefischertreffens im April 2010 mal wiedersehen.  
Landolf Scherzer habe ich das erstemal nach 20 Jahren im Jahr 1998 in Neubrandenburg wiedergesehen und danach ca. alle 5 Jahre noch 2 mal zu Buchlesungen. Er schreibt immer noch, auch jetzt offen und kritisch über die über uns gekommene neue Zeit.   So liebe Kollegen, die Ihr hier durch Gilles Seiten surft, das waren meine Erinnerungen an eine "Reise mit Schriftsteller Landolf Scherzer"   Es grüßt wie immer mit fröhlichem "Hei geit"   Hans-Joachim Franz (Odysseus) Uns Hüsung 03 17034 Neubrandenburg   (Gründungsmitglied im Warener Hochseefischer-Stammtisch)  
Hans-Joachim Franz oder auch Odysseus
Harry Fekete
Uwe Berger Uwe Berger